Welche Spiele stehen Spielern aus Deutschland tatsächlich offen?
Zwei Kataloge, ein Bildschirm
Genau einer von zwölf Anbietern im Vergleich nennt überhaupt eine Spielzahl: Vave mit 2 500 Titeln von 40 Studios. Bei den anderen elf steht über den Katalog keine einzige Zahl.
Warum die Frage nach dem Katalog zwei verschiedene Antworten hat
Wer aus Deutschland ein Krypto Casino öffnet, sieht einen Katalog. Wer den Glücksspielstaatsvertrag 2021 aufschlägt, sieht einen zweiten. Beide heißen „Spiele“, und sie decken sich an keiner Stelle vollständig. Das ist kein Streit über Geschmack, sondern eine Frage danach, welche Spielform in Deutschland überhaupt erlaubnisfähig ist und welche Zahlen ein Anbieter über sein Angebot herausgibt.
Die erste Liste steht im Gesetz und ist kurz. Die zweite steht auf den Seiten der zwölf verglichenen Anbieter und ist fast überall unbeziffert.
Diese Seite entscheidet nicht, welche der beiden Listen zählt. Sie stellt sie nebeneinander.
Was der Staatsvertrag an Spielformen überhaupt zulässt
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 unterscheidet Spielformen, nicht Zahlungsmittel. § 22a regelt virtuelle Automatenspiele, § 22b Online-Poker, § 21 die Sportwette. § 22c betrifft Online-Casinospiele — also Roulette, Blackjack, Baccarat und das Live-Studio — und behält sie den Ländern vor. Ob mit Bitcoin, mit USDT oder mit einer SEPA-Überweisung eingezahlt wird, ändert an dieser Einordnung nichts. Die Erlaubnis hängt am Spiel, nicht an der Münze.
Für den Katalog eines Anbieters mit deutscher Erlaubnis folgt daraus eine sehr konkrete Form: Automatenspiele und Poker ja, der Tischbereich in der Breite nicht. Wie diese Trennung im Einzelnen aussieht und welche Behörde sie durchsetzt, steht auf der Seite zur Rechtslage. Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist das Verzeichnis, in dem diese Erlaubnisse geführt werden; keiner der zwölf hier verglichenen Anbieter steht darauf, wie die Seite zur deutschen Lizenz im Einzelnen aufschlüsselt.
Wie schnell darf eine Runde sein, und wie hoch der Einsatz?
Innerhalb der deutschen Erlaubnis ist der Katalog nicht nur kürzer, er läuft auch anders. § 22a des Glücksspielstaatsvertrags 2021 setzt für virtuelle Automatenspiele vier Vorgaben, die den Spielablauf technisch verändern: höchstens 1 Euro Einsatz je Spiel, mindestens 5 Sekunden Dauer je Runde, keine automatisch weiterlaufende Wiederholung und keine Jackpots.
Dieselbe Zahl aus demselben Studio kann unter zwei Regelwerken laufen. Der Titel bleibt gleich, die Konfiguration nicht.
Rechne den Unterschied einmal durch: Bei 5 Sekunden Mindestdauer sind in einer Stunde höchstens 720 Runden möglich, und bei 1 Euro Höchsteinsatz liegt der eingesetzte Betrag damit bei maximal 720 Euro pro Stunde. Ohne diese beiden Vorgaben bestimmt allein der Anbieter Tempo und Einsatzhöhe. Was daran Schutzmechanik ist und was nicht, steht unter Spielerschutz.
Wie viele der zwölf Anbieter veröffentlichen überhaupt eine Spielzahl?
Hier wird die Antwort unangenehm dünn. Von den zwölf Anbietern in der Vergleichstabelle nennt genau einer eine Zahl über seinen Katalog: Vave, mit 2 500 Spielen von 40 Studios. Bei den übrigen elf steht in den gelesenen Dokumenten weder eine Titelzahl noch eine Studioliste. Diese Zelle bleibt leer, und leer heißt auf dieser Seite immer „nicht veröffentlicht“ — nie „wenige“ und nie „null“.
Auch bei Vave ist die Angabe eine Zahl ohne Namen: 40 Studios, aber keine Aufstellung, welche. Wer wissen will, ob ein bestimmter Titel dabei ist, findet die Antwort in keinem Dokument, sondern erst nach der Anmeldung im Katalog selbst.
Eine zweite Angabe lässt sich dagegen bei allen zwölf zählen: Sieben führen neben dem Casino ein Wettangebot, fünf nicht. Für die Frage nach dem Katalog ist das relevanter, als es aussieht — ein Wettangebot liegt bei diesen Anbietern auf demselben Konto und demselben Saldo wie das Automatenspiel, unterliegt aber eigenen Bedingungen.
Was sagt „provably fair“ über den Katalog aus?
Fünf der zwölf Anbieter — Metaspins, Wild.io, Bitsler, Cloudbet und Mirax — bewerben Spiele als provably fair. Der Begriff bezeichnet ein Verfahren, mit dem sich das Ergebnis einer einzelnen Runde im Nachhinein rechnerisch nachprüfen lässt: Der Anbieter legt sich vor der Runde auf einen Wert fest, der Spieler steuert einen eigenen bei, und aus beiden zusammen entsteht das Ergebnis.
Das Verfahren ist echt. Sein Geltungsbereich ist schmal.
Nachprüfbar sind damit die Runden, die das Haus selbst rechnet — Würfel, Crash, Mines und Ähnliches. Ein Spielautomat eines externen Studios liegt nicht auf dem Server des Anbieters und wird von diesem Verfahren nicht erfasst. Bei einem Angebot in der Größenordnung von 2 500 Titeln ist der geprüfte Teil damit der kleinere. Sieben der zwölf Anbieter werben gar nicht erst damit.
Was entscheidet über Verfügbarkeit: der Katalog oder die Länderklausel?
Am Ende ist die Zahl der Titel nicht die Größe, die über Verfügbarkeit entscheidet. Bei vier der zwölf Anbieter nennen die Standardbedingungen der Anjouan-Lizenz Deutschland als verbotene Jurisdiktion, während die eigene Länderliste desselben Anbieters Deutschland nicht führt. Beide Angaben sind öffentlich, sie widersprechen einander, und diese Seite entscheidet nicht, welche gilt — sie trägt bei diesen vier eine Markierung in die Tabelle ein.
Ein Katalog, der auf dem Bildschirm erscheint, beantwortet die Frage nach der Erlaubnis nicht. Er beantwortet nur die Frage, was der Anbieter anzeigt.
Wer die zwölf Anbieter nach nachprüfbaren Angaben statt nach Kataloggröße sortieren will, findet die Aufstellung unter bestes Krypto Casino. Die Spielzahl ist dort bewusst keine Spalte: Bei elf von zwölf Anbietern gäbe es nichts einzutragen.
